SYNLAB MVZ
Humangenetik Mannheim

Leistungsverzeichnis

Léri-Weill-Dyschondrosteose (LWD)
Ihr regionales Labor für Rückfragen und Beauftragung
Die SHOX-Erkrankungen stellen ein klinisch heterogenes Spektrum dar, das auf einer Haploinsuffizienz des short stature homeobox-containing (SHOX) Gens basiert.
Das klinische Bild variiert von einem isolierten, unspezifischen Kleinwuchs bis zur klassischen Leri-Weill-Dyschondrosteose, deren Leitsymptome Kleinwuchs, Mesomelie und die Madelung-Deformität sind. Während der Kleinwuchs oft schon in der frühen Kindheit auffällt, manifestiert sich die Mesomelie – eine proportionale Verkürzung der Unterarme und Unterschenkel – meist erst im Schulalter. Die Madelung-Deformität resultiert aus einer gestörten Ausrichtung von Radius, Ulna und Handwurzelknochen und wird oft während der Pubertät klinisch apparent, wobei Frauen tendenziell schwerer betroffen sind. Begleitend können eine muskuläre Hypertrophie der Waden, ein hocheingewölbter Gaumen oder eine Mikrognathie auftreten. Da die Phänotyp-Ausprägung selbst innerhalb derselben Familie hochvariabel ist, wird bei betroffenen Kindern ein engmaschiges auxologisches Monitoring sowie eine frühzeitige Abklärung der Verwandten empfohlen.
Die Prävalenz der SHOX-Defizienz wird in der allgemeinen Population auf mindestens 1:1.000 geschätzt.

Das SHOX Gen ist in der pseudoautosomalen Region 1 (PAR1) auf den Chromosomenabschnitten Xp22.3 und Yp11.3 lokalisiert. Da SHOX der physiologischen X-Inaktivierung entgeht, ist für eine normale Skelettentwicklung die Expression beider Allele erforderlich.
Der Erbgang ist pseudoautosomal-dominant, wobei pathogene Varianten unabhängig vom Geschlecht des vererbenden Elternteils weitergegeben werden können.
Molekulargenetisch dominieren bei 80–90 % der Patienten heterozygote Deletionen, die das gesamte Gen oder regulatorische Enhancer-Elemente umfassen. Die verbleibenden 10–20 % der Fälle sind auf intragenische Mutationen zurückzuführen.

Unter Kindern, die primär mit der Diagnose eines idiopathischen Kleinwuchses (ISS) ohne offensichtliche Dysmorphiezeichen vorstellig werden, liegt die Detektionsrate deutlich höher, nämlich zwischen 6 % und 22 %. Bei Vorliegen einer klinisch gesicherten Leri-Weill-Dyschondrosteose (LWD) lassen sich in 70–90 % der Fälle ursächliche SHOX-Defekte nachweisen.
Material Dauer Akkreditierung
3 - 5 ml EDTA-Blut 4 Wochen nein
Untersuchte Bereiche / Gene
Gen/Region OMIM-P Erbgang Erkrankung Methodik
SHOX 127300 PD Léri-Weill-Dyschondrosteose (LWD) Sanger Sequenzierung
Kosten
Die Kosten werden bei bestehender medizinischer Indikation über einen Überweisungsschein Typ 10 (EBM) abgerechnet. Humangenetische Leistungen sind nicht budgetrelevant. Für privatversicherte Patienten sowie private Kostenträger (Krankenhäuser etc.) können auf Wunsch entsprechende Kostenvoranschläge erstellt werden.
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