Das DHCR7 assoziierte Smith Lemli Opitz Syndrom (SLOS), gehört zu den seltenen hereditären Störungen der Cholesterinbiosynthese. Die Erkrankung entsteht durch den Funktionsverlust der 7 Dehydrocholesterol Reduktase, das durch das DHCR7 Gen kodierte Enzym, das den letzten Syntheseschritt von 7 Dehydrocholesterol zu Cholesterin katalysiert. Pathogene Varianten im DHCR7-Gen führen zu einer verminderten enzymatischen Aktivität mit konsekutiv erniedrigten Cholesterinspiegeln und erhöhtem 7 DHC im Serum.
Klinisch präsentieren sich betroffene Patientinnen und Patienten mit einem breiten phänotypischen Spektrum, von schweren Fehlbildungen bis zu milderen Verläufen. Typische Merkmale umfassen kraniofaziale Anomalien, Mikrozephalie, Entwicklungsverzögerung, Verhaltensauffälligkeiten, Organdysplasien sowie charakteristische Extremitätenbefunde wie Syndaktylie der zweiten und dritten Zehen. Eine umfassende Übersicht zu Klinischen, biochemischen und genetischen Erkenntnisse sowie neue Behandlungsmöglichkeiten finden sich in einem Review-Artikel von Kritzer et al. (2025, PMID: 40314187).
Die Prävalenz des SLOS wird in Europa und den USA auf etwa 1:60.000 geschätzt, wobei populationsabhängige Unterschiede bestehen. Diagnostisch steht der biochemische Nachweis eines erhöhten 7 DHC Spiegels im Plasma im Vordergrund; molekulargenetische Analysen dienen zur Identifikation pathogener DHCR7 Varianten und sichern die Diagnose. Eine pränatale Diagnostik ist durch Messung von 7 DHC im Fruchtwasser oder die pränatale genetische Diagnostik möglich und wird bei auffälligen sonographischen Befunden empfohlen.
Es liegen keine einheitlichen Leitlinien zur Behandlung von SLOS vor, doch umfasst die klinische Praxis in der Regel eine multidisziplinäre Versorgung, die regelmäßige Überwachung von Biomarkern und Symptomen, genetische Beratung sowie in ausgewählten Fällen chirurgische Eingriffe zur Korrektur körperlicher/anatomischer Anomalien.
Angesichts des multisystemischen Charakters von SLOS ist ein multidisziplinärer Ansatz entscheidend für eine maßgeschneiderte Versorgung der Patienten. Ein multidisziplinäres Versorgungsteam kann einen Neurologen, einen Augenarzt, einen Gastroenterologen, einen Endokrinologen, einen Kardiologen, einen Genetiker, einen Ernährungsberater und einen Psychologen umfassen.
Im „GeneReviews“ Artikel von Nowaczyk et al. finden sich zahlreiche Leitlinien und Empfehlungen zum Umgang mit den einzelnen Symptomen oder klinischen Erscheinungsbildern bei SLOS (GeneReviews®, Smith-Lemli-Opitz Syndrome ,November 13, 1998; Last Update: January 30, 2020).
Die Kosten werden bei bestehender medizinischer Indikation über einen Überweisungsschein Typ 10 (EBM) abgerechnet. Humangenetische Leistungen sind nicht budgetrelevant.
Für privatversicherte Patienten sowie private Kostenträger (Krankenhäuser etc.) können auf Wunsch entsprechende Kostenvoranschläge erstellt werden.