Die HFE‑assoziierte Hämochromatose ist eine autosomal‑rezessiv vererbte Eisenstoffwechselstörung, die durch eine inadäquat gesteigerte intestinale Eisenaufnahme und progressive Eisenakkumulation in parenchymatösen Organen gekennzeichnet ist. Klinisch manifestiert sich die Erkrankung häufig im Erwachsenenalter mit unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Abdominalschmerzen, Arthralgien sowie Gewichtsverlust; bei unbehandelten Patienten können Diabetes mellitus, Leberzirrhose, Herzrhythmusstörungen, Arthropathien und eine verstärkte Hautpigmentierung auftreten. Die Diagnose beruht auf erhöhten Transferrinsättigungs‑ und Ferritinwerten sowie dem Nachweis biallelischer HFE‑Varianten im molekulargenetischen Test. Die Hauptursache der klassischen hereditären Hämochromatose ist das homozygote Vorliegen der Variante p.(Cys282Tyr) [C282Y] im HFE‑Gen. Die Penetranz ist gering, so dass nur ein Teil der homozygoten Träger klinisch relevante Eisenüberladung entwickelt. Die Penetranz einer weiteren häufigen HFE-Variante p.(His63Asp) [H63D] ist noch weitaus geringer. Für compound-heterozygote Träger p.(Cys282Tyr)/p.(His63Asp) oder homozygote Träger p.(His63Asp) ,mit einer klinischen oder biochemischen Hämochromatose wird keine Kausalität sondern muss eine weitere Ursache, z.B. pathogene Veränderung in einem anderen Hämochromatose-assoziierten Gen (digenische Vererbung) oder prädisponierenden Umweltfaktor angenommen werden.
Die Kosten werden bei bestehender medizinischer Indikation über einen Überweisungsschein Typ 10 (EBM) abgerechnet. Humangenetische Leistungen sind nicht budgetrelevant.
Für privatversicherte Patienten sowie private Kostenträger (Krankenhäuser etc.) können auf Wunsch entsprechende Kostenvoranschläge erstellt werden.